Unser Engagement im Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

Als Bio‑Unternehmen beschäftigen wir uns intensiv mit den Rahmenbedingungen, unter denen Landwirtschaft heute und künftig stattfindet. Genau deshalb sin wir Gründungsmitglied und aktiver Partner des „Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ (BEL) unterstützen die Arbeit des Vereins, der sich kritisch mit dem Einsatz chemisch‑synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft auseinandersetzt.

Das Bündnis bündelt die Zusammenarbeit von Bio‑Unternehmen, Verbänden und Organisationen und finanziert unter anderem unabhängige Forschung, wissenschaftliche Studien sowie rechtliche Prüfverfahren zu ausgewählten Pflanzenschutzmitteln.

Pestizide – Hintergrund der Vereinsarbeit

Im Mittelpunkt der Arbeit des Bündnisses steht die Untersuchung der Frage, wie sich chemisch‑synthetische Pestizide außerhalb der Anwendungsflächen verbreiten. Studien und Untersuchungen des Vereins dokumentieren unter anderem die Verbreitung von Rückständen über die Luft sowie deren Nachweis in Böden, Gewässern und verschiedenen Messstandorten – darunter auch Regionen fernab landwirtschaftlicher Nutzung.

Bereits 2015 untersuchte die Citizen‑Science‑Studie „Urinale“ den Nachweis von Glyphosat in Urinproben von über 2.000 Teilnehmenden. Weitere Untersuchungen zur Pestizid‑Belastung der Luft erfassten zwischen März und November 2019 Rückstände an 116 Standorten – von Städten bis hin zu Nationalparks. Dabei wurden zahlreiche Wirkstoffe und Abbauprodukte dokumentiert, darunter auch Stoffe, die in Deutschland nicht oder nicht mehr zugelassen sind.

Diese Ergebnisse werden vom Bündnis wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht. Sie dienen als Grundlage für fachliche Stellungnahmen sowie rechtliche Prüfverfahren zur bestehenden Zulassungspraxis von Pflanzenschutzmitteln.

Stephan Paulke, Geschäftsführer von MorgenLand und Vorsitzender des Bündnisses, ordnet die Ergebnisse wie folgt ein:

Die bisherigen Zulassungsverfahren berücksichtigen bestimmte Aspekte der Umweltverbreitung und Wechselwirkungen verschiedener Wirkstoffe nur unzureichend.

Auswirkungen auf Bio Betriebe – dokumentierte Fälle

Im Rahmen der Vereinsarbeit werden auch Fälle erfasst, in denen Bio‑Betriebe durch unbeabsichtigte Rückstandsbelastungen betroffen sind. Dazu zählen dokumentierte Ernteverluste sowie der zusätzliche Aufwand für Vorsorge‑ und Kontrollmaßnahmen.

Bio‑Landwirtin Franziska Blind berichtet dazu:

Meine gesamte Körnerfenchel‑Ernte war so belastet, dass sie nicht vermarktet werden konnte.

Solche Berichte werden im Bündnis gesammelt, ausgewertet und in den fachlichen und rechtlichen Diskurs eingebracht.

Unser Beitrag

MorgenLand unterstützt die Arbeit des Bündnisses durch:

  • die Mitgliedschaft im Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e. V.
  • finanzielle Beiträge zur Forschungs‑ und Öffentlichkeitsarbeit
  • die Unterstützung rechtlicher Prüfverfahren des Vereins

Dieses Engagement ergänzt unsere tägliche Arbeit als Bio‑Unternehmen nach den Vorgaben der EU‑Öko‑Verordnung (EU) 2018/848.

MEHR ERFAHREN UND MITMACHEN:

• Pestizid-Abdrift melden: www.enkeltauglich.bio/abdrift-melden
• Mitglied im Bündnis werden: www.enkeltauglich.bio/mitglied-werden

Wir setzen uns ein – für gesunde Böden, Artenvielfalt und eine Zukunft ohne Ackergifte.
Sei dabei!